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Betriebsräte Gesundheitsschutz

Gesundheitsschutz
Bedeutung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Betriebs- und Personalräte

Gesund sein bedeutet mehr als nicht krank zu sein.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz  in den Betrieben und Dienststellen muss so gestaltet werden, dass die Gefährdungen so gering wie möglich gehalten werden.

Die Arbeitsplätze und Arbeitsinhalte müssen so gestaltet werden, dass die Beschäftigten sich am Arbeitsplatz wohlfühlen.

Die Interessen der Beschäftigten wahrzunehmen ist eine wichtige Aufgabe, die die Betriebs- und Personalräte übernommen haben.

Das Ziel ist, mit den Beschäftigten gemeinsam aktiv zu werden, für die Schaffung einer besseren Arbeits- und Lebenssituation.

1.2 Was ist Gesundheit?

Arbeit darf nicht krank machen. Um diese einfache Forderung umzusetzen, bedarf es einiger Anstrengungen.
Die Gesundheit der Beschäftigten wird nicht dem wirtschaftlichen Zweck der Arbeit untergeordnet: so verlangt es die EU-Rahmenrichtlinie (EWG 89/ 391) zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Das deutsche Arbeitsschutzgesetz, mit dem die EU-Rahmenrichtlinie umgesetzt wurde,                 legt im § 4 fest:
„Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.“

Im Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes steht:
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“
Dieses Grundrecht hat jeder Mensch, im privaten wie im beruflichen Bereich.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den Begriff Gesundheit nicht durch den Begriff der Abwesenheit von Krankheit, sondern bringt eine anspruchsvollere und menschengerechtere Definition ins Spiel, nämlich das Wohlbefinden. Die Menschen sollen sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen.
Gesundheit des Menschen ist laut Weltgesundheitsorganisation „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

(„Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not  merely the absence of disease or infirmity.“)

1.3 Bedeutung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
für Betriebs- und Personalräte


57 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit 10 und mehr Beschäftigten werden durch Betriebs- oder Personalräte vertreten. In Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten liegt die Zahl bei 94 Prozent. Untersuchungen der Hans- Böckler Stiftung ergaben, dass die Beschäftigten, die durch Betriebs-, und Personalräte vertreten werden, zufriedener sind und sich sicherer fühlen.

In Betrieben mit Betriebsräten bekommen Beschäftigte – in den unteren Lohn- und Gehaltsgruppen – ein etwa 14 Prozent höheres Entgelt, in den oberen Einkommensbereichen immerhin noch 8 Prozent mehr.
In 34 Prozent der Betriebe gibt es schriftliche Vereinbarungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

In der Befragung „Was ist gute Arbeit?“
(Tatjana Fuchs/Internationales Institut für empirische Sozialökonomie. Stadtbergen 2006) hielten zwei Drittel der Beschäftigten den Gesundheitsschutz für ein sehr wichtiges betriebliches Thema.

Die rechtlichen Grundlagen für Betriebs- und Personalräte im Arbeits- und Gesundheitsschutz sind weitreichend und vielfältig. Unbestritten ist es die Aufgabe der betrieblichen Interessenvertretung, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern. Gesetze, Verordnungen und Tarifverträge müssen umgesetzt und eingehalten werden.
Betriebs- und Personalräte sind wichtige Akteure auch auf diesem Feld, sie überprüfen, regen an, schlagen vor, wirken und bestimmen mit, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gestalten ist.

Woher Kenntnisse & Fähigkeiten?
Das alles setzt Kenntnisse und Fähigkeiten voraus, die man sich erwerben und erarbeiten muss.
Arbeitgeber sind gut beraten, die betrieblichen Interessenvertretungen mit einzubinden.
In der Vergangenheit gab es viele betriebliche Auseinandersetzungen um die Frage, ob die Betriebsräte Mitbestimmungsrechte haben. Die Rechtsprechung hat die Rechte der Interessenvertretungen gerade auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gestärkt.

Unterstützung
Wir geben Mitarbeitern die Grundkenntnisse für BGM und BGF an die Hand und dies nicht nur theoretisch, sondern auch mit den praktischen möglichen Umsetzungsmöglichkeiten.

Wie wird umgesetzt?
 Heute geht es eher um die Frage, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz umgesetzt wird.
Natürlich finden gerade in kleineren und mittleren Betrieben immer noch Auseinandersetzungen statt, weil der Arbeitgeber (aus Unkenntnis oder aus der „Herr im Haus“-Haltung) den Betriebsräten ihre Rechte und Möglichkeiten vorenthalten will.
Ein gut informierter und mutiger Betriebsrat wird diese Auseinandersetzung erfolgreich durchstehen.

Neu Umsetzung der psychischen Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen.



Verwendete Quelle und Buchtipp
http://www.esv.info/download/katalog/inhvzch/9783503126736.pdf
http://www.esv.info/978-3-503-12673-6