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Lehrer & Burn Out

Lehrer sind dreimal häufiger krank als andere Arbeitnehmer.

Nur fünf Prozent von ihnen halten bis zur
Pensionierung durch.

Warum ist das so?

Und was ist überhaupt Burnout?

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 Politik : Burn-Out: Jeder dritte Lehrer ausgebrannt

Panorama, 02.11.2009, Marc-André Podgornik

 

Dortmund:
Eine neue Studie belegt:

Lehrer sind extremen Belastungen ausgesetzt.
Eine repräsentative Umfrage des Uniklinikums Freiburg unter Lehrern ergab, dass jeder fünfte Lehrer eigentlich krankgeschrieben werden müsste. Bei jedem Dritten seien Symptome für ein Burn-out-Syndrom nachweisbar, sagt der Autor der Studie, Prof. Joachim Bauer.   Für die repräsentative Studie wurden über tausend Lehrer an Hauptschulen und Gymnasien befragt. Das Ergebnis ist besorgniserregend und widerlegt den verbreiteten Mythos, der Lehrerberuf sei eine gut bezahlte Halbtagstätigkeit mit viel Urlaub.


Laut den Forschungsergebnissen des Psychiaters arbeiten Lehrer im Schnitt 51 Stunden pro Woche, wobei sie zunehmend Schikanen ihrer Schüler ausgesetzt sind. Als Folge fühlen sich immer mehr ausgebrannt. In Hauptschulen treten die Probleme verstärkt auf.  

 

Jeder vierte leidet an Erschöpfung 

Den Angaben zufolge sind rund 30 Prozent der Lehrer überlastet.
Etwa jeder vierte leide unter Erschöpfungszuständen, jeder fünfte an stressbedingten Gesundheitsstörungen wie depressiven Symptomen und Schlafproblemen.  

 

 

Damit gehörten Lehrer zu den am stärksten vom Burn-out-Syndrom betroffenen Berufsgruppen. Begünstigt werde dies durch zwei Faktoren: Einerseits zeigten viele Lehrer eine hohe Bereitschaft, sich zu verausgaben - ohne Anerkennung zu erhalten. Andererseits hätten sie kaum Gestaltungsspielräume. Zugleich sollen sie den Erwartungen gerecht werden, die Schüler, Eltern und Politiker an sie stellen. Die Situation sei paradox: Lehrer sollen viel bewirken, dürften aber nur wenig entscheiden.



 

 

Sehr hohe Dunkelziffer

 

 

 

Dorothe Schäfer, stellvertretende Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW-NRW, sieht viele nicht erfasste Burn-out-Fälle. „Wir haben eine sehr hohe Dunkelziffer.” Betroffene melden sich meist nicht, „da sie sich persönliches Versagen vorwerfen”. Schäfer spricht von einem „dramatischen Problem”.

 

Es müsse unbedingt eine „bessere Kooperation zwischen Eltern und Lehrern” geben, so Prof. Joachim Bauer. „Kinder brauchen Führung, sie brauchen eine klare Linie in der Schule und zuhause”, sagt der Psychiater. Viele Kinder seien außerhalb der Schule ganz auf sich gestellt. Experten sprechen in diesem Fall von „Wohlstandsverwahrlosung”.

 

 

 

 

 

„Die Anforderungen des Lehrerberufs sind gewaltig”, betont Bauer. Lehrer müssten nicht nur fachlich perfekt sein. Darüber hinaus sollten sie Kinder und Jugendliche mögen, wobei aber erwartet werde, dass sie ihre Schützlinge nicht nur empathisch behandelten, sondern zugleich auch energisch führen könnten - und dies möglichst ohne Frustrationen zu erzeugen. Zudem seien sie neuerdings einem hohen Maß an verbaler und körperlicher Aggressivität von Schülern ausgesetzt.

 

Akute Kränkungsereignisse

 

Vor allem jene Lehrer, die sich mit dem Beruf überidentifizierten und sich stark verausgabten, seien am häufigsten von Erschöpfungszuständen geplagt. Laut Bauer geht einem Burn-out meist ein „akutes Kränkungsereignis” voraus wie etwa ein schwerer Lehrer-Schüler- oder Lehrer-Eltern-Konflikt.

 

Neun bis zehn Stunden Arbeit


  • Schon Ende der 90er Jahre hatten Experten in NRW den hohen Einsatz vieler Lehrer gemessen. 6500 Pädagogen wurden untersucht, die durchschnittlichen Jahresarbeitszeiten lagen zwischen 1750 und 1980 Stunden (9-10 Stunden pro Schultag).
  • Auffällig war die große Streuung der Werte. Es gibt demnach Pädagogen, die ausgesprochen viel arbeiten - und solche, die den Job eher leichtnehmen.
  • Für Lehrer, die unter dem Burnout-Syndrom leiden gibt es im Allgäu die Hochgrat-Klinik, die auf solche Fälle spezialisiert ist. www.hochgrat-klinik.de

 

 

Die Probleme werden nach Erkenntnissen des Wissenschaftlers oft schon im Referendariat akut: Bereits in dieser Phase der Ausbildung stellten viele Pädagogen fest, dass sie nicht ausreichend auf den Beruf vorbereitet worden seien, und entwickelten erste stressbedingte Gesundheitsbeschwerden.

 


 

Der Wissenschaftler arbeitet mit betroffen Lehrer in sogenannten Kriseninterventions-Trainings. Lehrer lernen dort Beziehungspsychologie, Körpersprache und den Einsatz ihrer Stimme. „Alles wichtige Faktoren, die sonst in der Ausbildung außer Acht gelassen werden”, so Bauer.

 

 

GEW und Joachim Bauer fordern als Konsequenz eine bessere Lehrerausbildung. „Bisher werden Lehrer kaum auf die Situation in der Schule vorbereitet”, so Bauer. Zudem müssten die Klassen verkleinert werden. Auch in NRW ist das Problem erkannt. Bereits mehrfach nahm das Schulministerium Kontakt mit dem Freiburger Experten auf.


 

 

Umgang mit Stress


Die Schulpsychologie-Website beschreibt die Planung und Durchführung eines Kurses zum Thema Stressbewältigung, wobei die Lehrerfunktionen "Beraten" und "Organisieren" besondere Beachtung finden.

 


 

Bremen

Forschung über Lehrer-Stress

6. April 2010, 04:00 Uhr

Bremen - Wissenschaftler der privaten Bremer Jacobs University untersuchen in einer neuen Studie die Mechanismen, die bei Lehrern zu Stresserkrankungen und Burnout-Syndromen führen können. "Es geht darum, wie Stress über die Zeit hinweg krank macht", sagte die Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule, Maren Wolfram. Lärm, Zeitdruck, immer neue Aufgaben und Verantwortungsbereiche, für die Pädagogen gibt es eine Vielzahl von Belastungen. Ältere Untersuchungen haben Wolfram zufolge gezeigt, dass bis zu ein Drittel der Lehrkräfte potenziell Burnout gefährdet sind.

 

 Lehrergesundheit: Zunahme der Stressbelastung

 AKTUELL

Ein Drittel der Lehrer leidet an einem Burn-out-Syndrom.

Lehrer erhalten zu wenig Unterstützung.
Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Lehrer leiden an einem Burn-out-Syndrom. Bei einem Fünftel sind Anzeichen für eine schwere durch Stress verursachte gesundheitliche Beeinträchtigung vorhanden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik an der Universität Freiburg, die die Gesundheit von Lehrern an Freiburger Schulen seit zwei Jahren untersucht. Projektleiter Prof. Dr. Joachim Bauer sieht die Ursachen dafür in der mangelnden Unterstützung der Lehrer durch Eltern und Gesellschaft. Gleichzeitig habe sich die Gesundheit der Schüler „dramatisch“ verschlechtert. Bauer fordert mehr psychologische Beratung in den Schulen für verhaltensauffällige Kinder, um den Stress der Lehrer zu reduzieren. Auch Coachinggruppen könnten den Lehrern helfen, mit beruflichem Stress besser umzugehen.

 

Unterrichtsausfall ( Berliner Morgenpost )

Stress macht viele Lehrer dauerhaft krank

Montag, 15. Februar 2010 17:31

Der Lehrerberuf wird immer anstrengender. Aggressive Schüler und Eltern machen den Pädagogen das Leben schwer. Die Folge ist oft der nervliche Zusammenbruch, Burn-out genannt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beklagt nun, dass sich die Zahl der dauerkranken Lehrer verdreifacht habe.

Die Belastung der Lehrer nimmt zu. Viele leiden am Burn-out.Syndrom

Wenn nichts mehr geht, bleibt nur die Krankschreibung. „Viele Kollegen sind fix und fertig – einfach am Ende“, bringt es Peter Sinram, Sprecher der Lehrergewerkschaft GEW in Berlin, auf den Punkt. Überalterung der Kollegien, Stress und die Aggressivität mancher Kinder und deren Eltern machen den Lehrern zu schaffen – und zunehmend machen sie die Pädagogen krank.

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Die Folge: Nach Einschätzung der Gewerkschaft ist die Zahl der dauerkranken Lehrer in Berlin seit dem Sommer 2008 deutlich gestiegen. GEW-Gesundheitsexperte Peter Triebe geht aktuell von mehr als 1500 Lehrern aus, die mehr als drei Monate nicht arbeitsfähig sind – wegen Krankheit, allerdings auch wegen Schwangerschaft oder Mutterschutz. Überwiegend, so Triebe, litten die dauerkranken Kollegen unter dem Burn-out-Syndrom mit völliger Erschöpfung, ein großer Teil auch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Morgenpost Online

Statistisch belegt sind die Zahlen nicht, wie Triebe einräumt. Allerdings entsprächen sie dem langjährigen Trend. Binnen fünf Jahren habe sich die Zahl der Dauerkranken verdreifacht. Die Senatsverwaltung für Bildung kommentiert diese Zahl nicht. Sie verweist auf die jüngste Statistik. Demnach waren zu Beginn des laufenden Schuljahres 1270 Lehrer wegen Krankheit, Schwangerschaft oder Mutterschutz mehr als drei Monate nicht arbeitsfähig, etwa vier Prozent der Lehrerschaft. Eine Quote, die sich seit Jahren kaum verändert habe, betont ein Sprecher. Um Unterrichtsausfälle zu verhindern, könnten die Schulen – nötigenfalls auch mitten im Schuljahr – für Vertretungen sorgen.

Eine Einschätzung, die nach Erfahrungen von Wolfgang Harnischfeger, Vorsitzender der Vereinigung der Berliner Schulleiterinnen und Schulleiter, nur bedingt stimmt. Zumindest in den naturwissenschaftlichen Fächern sei es nahezu unmöglich, einen Vertretungslehrer zu bekommen, sagt der Schulleiter des Beethoven-Gymnasiums in Lankwitz. Klassenzusammenlegungen, fachfremde Vertretungsstunden und Mehrarbeit für die verbleibenden Lehrer seien daher immer noch zu oft nötig. Mit der Folge, dass die gesundheitliche Belastung auch für den Rest des Kollegiums wachse. Ein zusätzliches Problem sei der hohe Altersdurchschnitt der Lehrerschaft. „Ältere Kollegen werden nicht häufiger krank, aber sie bleiben es oft länger.“

Hauptproblem Überalterung

Letzteres bestätigt André Schindler, Vorsitzender des Landeselternausschusses. Die Arbeitsbelastung der Lehrerschaft sei gar nicht so stark gewachsen, sagt er. Hauptproblem sei die Überalterung.

Beim dritten Gesundheitstag für die Berliner Schulen, der von der Gewerkschaft und der Senatsbildungsverwaltung am Donnerstag veranstaltet wird, steht der Kampf gegen Lärm ebenso auf dem Programm wie Entspannungsübungen. Schwerpunkte seien die Beratungsform Supervision und Coaching, die gezielte Begleitung der Kollegen für eine bessere Lern- und Leistungsfähigkeit.

Vor allem der Umgang mit schwierigen, oft aggressiven Schülern gestalte sich zunehmend problematisch, betont GEW-Experte Triebe. Die Lehrer müssten oft zugleich Sozialpädagogen, Sexual- und Drogenberater, Elternbetreuer und Mediatoren sein.

 

FILM Lehrer im Stress-Test

 

 

Stress:
Jedem dritten Lehrer in Bayern droht Frühpensionierung

Zu große Klassen, mangelnde Lernbereitschaft und Hyperaktivität der Schüler: Das stresst bayrische Lehrer so sehr, dass jedem dritten die Frühpensionierung droht.

Jeder dritte bayrische Lehrer ist durch Stress von der Frühpensionierung bedroht

Fast jedem dritten Lehrer im Freistaat droht nach Angaben des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) wegen eines zu stressigen Schulalltags die Frühpensionierung. Vor allem zu große Klassen, mangelnde Lernbereitschaft und Hyperaktivität der Schüler stellten für Lehrer eine Gesundheitsgefährdung dar, berichtete BLLV-Präsident Albin Dannhäuser in München nach einer Umfrage unter fast 3600 Lehrern. Die Situation sei ein "Alarmzeichen für Gesellschaft und Politik", sagte Dannhäuser.

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Starke Belastungen

In den vergangenen beiden Monaten waren insgesamt 3566 Lehrer an bayerischen Grund-, Haupt- und Förderschulen zu den psychischen und physischen Belastungen ihrer Arbeit befragt worden. An den Förderschulen hätten 86 Prozent der Befragten über eine "starke bis sehr starke Belastung" geklagt. An den Hauptschulen seien es 85 Prozent, an den Grundschulen 80 Prozent gewesen.

Verbesserung der Arbeitssituation nötig

Dannhäuser mahnte angesichts der Umfrageergebnisse Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation an den Schulen an. Nur so könne verhindert werden, dass die Gesundheit Tausender zerstört werde und "enorme volkswirtschaftliche Kosten" entstünden. Frühzeitige Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit kosteten den Freistaat Jahr für Jahr rund 250 Millionen Euro, rechnete der BLLV-Präsident vor.

Klassen zu groß

Vor allem zu große Klassen empfinden 32 Prozent der Lehrkräfte als ständige Belastung, geht aus der BLLV-Umfrage weiter hervor. Fehlende Möglichkeiten zur individuellen Betreuung einzelner Schüler und zur persönlichen Begegnung würden "in hohem Maß als belastend empfunden". Dementsprechend hätten 81 Prozent der Befragten eine Verkleinerung der Schulklassen als "absolut notwendig" eingestuft.

Anfragen unter:
medical@centrum-exclusiv.com